Penhaligon's Changing Constance: Welcher Dupe kommt wirklich heran?
Was Penhaligon's Changing Constance ausmacht, wie er sich trägt – und welcher Duftzwilling dem Original am nächsten kommt.
von DupeVergleich · · 8 Min Lesezeit
Changing Constance ist 2018 erschienen, als Eau de Parfum, bei uns als Damenduft geführt. Er gehört zu den Portraits – der Reihe, die Penhaligon's um britische Figuren herum aufgebaut hat; auf der Kollektionsseite des Hauses stehen aktuell zwölf Düfte, Changing Constance ist einer davon. Das Haus selbst geht auf William Henry Penhaligon zurück, einen Barbier aus Cornwall, der sein Geschäft in den späten 1860er-Jahren in London aufbaute; seit 2015 gehört die Marke zum spanischen Konzern Puig, der in unseren Daten auch als Vermarkter des Dufts steht. Als Parfümeurin ist bei uns Juliette Karagueuzoglou hinterlegt – der Hersteller nennt auf der Produktseite keinen Namen, eine unabhängige Bestätigung haben wir nicht gefunden.
Der Duft steht bei 8,1 von 10 aus 616 Stimmen. Gut, aber nicht außergewöhnlich: Von 4308 erfassten Originalen tragen 1490 überhaupt eine Wertung, 610 davon liegen bei 8,1 oder darüber, der Schnitt aller bewerteten Einträge bei 7,94. Diese Wertungen sind Selbsteinschätzungen von Käufern und Sammlern, keine Labordaten – das gilt für jede Zahl in diesem Artikel, die aus einer Community-Kategorie stammt.
Der Preis ist der Grund, warum überhaupt jemand nach einem Dupe sucht. Unser Datensatz führt 275 Euro für 75 Milliliter, also 366,7 Cent pro Milliliter. Die Angabe stammt aus dem einheitlichen Listenpreis der Portraits-Linie, offiziell belegt an The Tragedy of Lord George auf der EU-Seite des Hauses, Stand 3. August 2026. Der Schnitt über 1861 Originale mit Preisangabe liegt bei 229,4 Cent pro Milliliter; nur 291 davon sind teurer als Changing Constance. Penhaligon's insgesamt kommt in unseren 36 Einträgen auf 305,7 Cent pro Milliliter – Changing Constance liegt also selbst innerhalb der eigenen Marke über dem Schnitt.
Die Käufer sehen das ähnlich. In der Kategorie Preis-Leistung bekommt der Duft 5,9 von 10 aus 347 Stimmen, 2,2 Punkte unter der Duftnote. Der Durchschnitt aller bewerteten Originale liegt bei 7,27, und nur 107 von 1490 Einträgen stehen bei 5,9 oder schlechter. Beim Verhältnis von Preis und Gegenwert gehört Changing Constance damit ins untere Zehntel des Feldes. Drei Dupes von drei Anbietern führen wir dazu.
Kardamom oben, Salzkaramell in der Mitte
Duftnoten werden bei uns gewichtet erfasst, von 1 bis 5, je nachdem wie stark eine Note die Komposition prägt. Im Kopf stehen Kardamom mit dem Höchstgewicht 5 und Piment mit 3. Das Herz trägt eine einzige Note: Salzkaramell mit 5. In der Basis liegen Vanille mit 4, Cashmeran mit 2 und Tabak mit 1. Sechs Noten insgesamt – das ist eine schmale, klar umrissene Struktur, weit entfernt von den zwölf- oder fünfzehnteiligen Listen, die andere Häuser ausweisen. Die Duftrichtungen passen dazu: Süß, Würzig und Gourmand teilen sich das Höchstgewicht 3, Cremig und Orientalisch stehen bei 1.
Penhaligon's selbst nennt auf der Produktseite Kardamom, gesalzenes Buttercaramel und Tabak als Kernnoten und beschreibt den Duft als kühlen Kardamom, heißes Piment und Salzkaramell. Unsere Erfassung und die Herstellerangabe decken sich also bis auf die Ebenen-Zuordnung. Für die Figur dahinter liefert das Haus einen Satz mit: Constance sei eine sehr moderne Frau, die sich um Konventionen nicht kümmert. Mehr Text gibt es nicht, und mehr braucht der Artikel auch nicht.
Salzkaramell ist eine Fantasienote. Es gibt keinen Rohstoff, der destilliert oder extrahiert wird und dann so riecht; der Eindruck wird komponiert. Genau das macht die Note für Dupe-Hersteller vergleichsweise zugänglich – und selten: In unseren 4308 Originalen tragen sie nur sechs Einträge. Zum Vergleich: Vanille steht bei 692, Kardamom bei 194, Tabak bei 90, Cashmeran bei 44, Piment bei 30. Wer den Salzkaramell-Kardamom-Zuschnitt sucht, hat also im Original-Feld kaum Ausweichmöglichkeiten, und das erklärt die kurze Dupe-Liste besser als jede Annahme über die Beliebtheit des Dufts.
Die beiden Naturstoffe im Duft gehören zu den teuersten Gewürzen überhaupt. Kardamom ist laut Wikipedia nach Safran und Vanille das drittteuerste Gewürz; die Produktion 2022 verteilte sich im Wesentlichen auf Indien mit 41.000 Tonnen, Indonesien mit 40.565 Tonnen und Guatemala mit 36.407 Tonnen, zusammen rund 85 Prozent der Welternte. Vanille liegt gewichtsbezogen auf Platz zwei hinter Safran, weil jede Blüte innerhalb von zwölf Stunden nach dem Öffnen von Hand bestäubt werden muss; 2023 kamen 42 Prozent der weltweit 7433 Tonnen aus Madagaskar. Geschätzte 95 Prozent aller als Vanille verkauften Produkte werden stattdessen mit Vanillin aus Lignin aromatisiert. Das betrifft in erster Linie Lebensmittel, zeigt aber die Kostenlage, in der auch die Parfümerie arbeitet.
Cashmeran in der Basis ist das Gegenstück dazu: ein Molekül, kein Auszug. IFF entwickelte es in den 1970er-Jahren, chemisch ein alicyclisches Keton, das Handelsname und Geruchsbild aus dem Kaschmir-Vergleich bezieht – würzig, holzig, moschusartig, mit balsamischen und vanilligen Anteilen. Typische Einsatzmengen liegen bei etwa zwei Prozent, und man findet es unter anderem in Black Opium von Yves Saint Laurent und Good Girl von Carolina Herrera. In einem Duft, dessen Herz aus einer einzigen süßen Note besteht, ist das der Stoff, der die Süße erdet.
Wo die Wertungen einbrechen
Haltbarkeit und Sillage – die wahrgenommene Duftwolke – sind die schwachen Stellen, und zwar deutlich. Die Haltbarkeit steht bei 6,3 von 10 aus 501 Stimmen, die Sillage bei 6,1 aus 490. Der Schnitt über alle bewerteten Originale liegt bei 7,73 beziehungsweise 7,33. Noch klarer wird es in absoluten Zahlen: Nur 52 von 1490 bewerteten Originalen bekommen bei der Haltbarkeit eine schlechtere Note, nur 73 bei der Sillage. Changing Constance liegt in beiden Kategorien im untersten Zwanzigstel des Feldes.
Der Flakon dagegen steht bei 8,8 aus 493 Stimmen – der höchste Einzelwert des Eintrags und 2,9 Punkte über der Preis-Leistungs-Wertung. Wer 275 Euro ausgibt, bezahlt nach dem Urteil der Bewertenden also spürbar für die Verpackung mit.
Für die Dupe-Frage ist das eine gute Nachricht und eine schlechte zugleich. Gut: Das übliche Gegenargument – ein Dupe halte nicht so lange wie das Original – wiegt hier weniger, weil die Haltbarkeit schon beim Original nicht überzeugt. Schlecht: Wer von einem 30-Euro-Flakon mehr Standvermögen erwartet als von einem 275-Euro-Flakon, wird enttäuscht. Beim Nachbau einer schwach projizierenden Vorlage bleibt wenig Spielraum nach unten.
Drei Dupes, drei Preisstufen
| Anbieter | Dupe | Preis | Cent/ml | Nähe | Wertung |
|---|---|---|---|---|---|
| Maison Afford | Golden Caramel | 29,90 € / 56 ml | 53,4 | 95 % | keine |
| Perfume Parlour | Fidelity For Women – 1852 | 40,87 € / 60 ml | 68,1 | 88 % | 4,6 von 5 (20) |
| The Dua Brand | Miss Independent | 28,66 € / 34 ml | 84,3 | 88 % | 4,9 von 5 (13) |
Die Preise pro Milliliter stammen aus unserer Preisansicht, die je Dupe die günstigste reguläre Größe ab 20 Millilitern nimmt – Proben und Abfüllungen bleiben außen vor, weil sie den Milliliterpreis verzerren. Gegen die 366,7 Cent des Originals gerechnet: Golden Caramel kostet knapp ein Siebtel, Fidelity For Women – 1852 gut ein Fünftel, Miss Independent nicht ganz ein Viertel. Der Schnitt über alle 6316 regulären Dupe-Größen in unserer Datenbank liegt bei 69,3 Cent pro Milliliter. Maison Afford liegt deutlich darunter, Perfume Parlour praktisch auf dem Schnitt, The Dua Brand darüber – dort ist die 34-Milliliter-Größe schlicht die einzige, die wir führen.
Der Sitz der Anbieter entscheidet mit über den Endpreis. Maison Afford sitzt in Deutschland und versendet ab 50 Euro Bestellwert kostenfrei. Perfume Parlour sitzt in Leicester, Großbritannien, und rechnet in Pfund. The Dua Brand sitzt in Montclair, Kalifornien, und liefert ab 65 US-Dollar versandkostenfrei. Bei Sendungen aus Nicht-EU-Ländern können Einfuhrumsatzsteuer und Abwicklungsgebühren dazukommen; der Milliliterpreis in der Tabelle ist der Warenpreis, nicht zwingend das, was am Ende abgebucht wird. Die Versandbedingungen haben wir zuletzt am 5. August 2026 geprüft.
Bei der Bewertungslage wird es dünn. Zu Golden Caramel liegt uns keine einzige Käuferwertung vor – der günstigste Dupe ist zugleich der, über den wir am wenigsten wissen. Perfume Parlour kommt auf 4,6 von 5 aus 20 Stimmen, The Dua Brand auf 4,9 aus 13. Das sind shopeigene Bewertungssysteme und sehr kleine Stichproben: Bei dreizehn Stimmen verschiebt eine einzelne schlechte Wertung den Schnitt um mehr als einen Zehntelpunkt. Als Hinweis taugt das, als Beleg nicht.
Was die Nähe-Angabe wirklich sagt
Die Prozentzahl in der Spalte Nähe ist kein Messwert für den einzelnen Flakon. Sie ist ein Markenquerschnitt: Sie sagt, wie nah ein Anbieter im Mittel an seine Vorlagen herankommt. Maison Afford führen wir in der Spanne 95 bis 98 Prozent, Perfume Parlour bei 88 bis 90, The Dua Brand bei 87 bis 90; der Wert je Dupe wird daraus stabil abgeleitet, damit er sich nicht bei jedem Aufruf ändert. Dass Golden Caramel bei 95 Prozent steht, heißt also nicht, dass jemand 95 Prozent Übereinstimmung gemessen hätte. Ein exakter Wert je Flakon ist nicht bestimmbar – wer so einen ausweist, hat ihn erfunden.
Dasselbe gilt für die Angaben zu Haltbarkeit und Intensität, die wir in Prozent des Originals führen: Sie sind redaktionelle Einschätzungen, keine Messungen. Golden Caramel steht bei 98 Prozent Haltbarkeit und 110 Prozent Intensität, Fidelity For Women – 1852 bei 103 und 88 Prozent, Miss Independent bei 98 und 77 Prozent. Die Richtung dieser Einschätzungen ist trotzdem verwertbar: Bei einem Duft, dessen Sillage schon im Original nur 6,1 von 10 bekommt, ist der Dupe mit dem niedrigsten Intensitätswert der ungünstigste Einstieg. Das ist Miss Independent – ausgerechnet der Eintrag mit der besten Käuferwertung.
Alle Dupes zu Changing Constance mit Preisen, Nähe und Anbietern im Vergleich →
Ein Punkt zum Schluss, der die Rechnung verschiebt: Im Produktverzeichnis der britischen Herstellerseite fand sich beim Abruf am 14. August 2026 unter Changing Constance nur die 1,5-Milliliter-Probe – und die als ausverkauft. Die 75-Milliliter-Flasche stand dort nicht, auf der Kollektionsseite läuft der Duft aber weiter mit. Was das heißt, sagt das Haus nicht; belegen lässt sich nur der Befund. Praktisch bedeutet er, dass der Weg zum Original derzeit über den Handel führt – und dass der übliche Test, erst das Original riechen und dann entscheiden, ob ein Dupe reicht, gerade schwer zu machen ist.
Quellen
- Changing Constance Sample 1.5 ml · Penhaligon's · abgerufen am 14. August 2026
- Portraits Collection · Penhaligon's · abgerufen am 14. August 2026
- Penhaligon's · Wikipedia · abgerufen am 14. August 2026
- Cardamom · Wikipedia · abgerufen am 14. August 2026
- Vanilla · Wikipedia · abgerufen am 14. August 2026
- Cashmeran · Wikipedia · abgerufen am 14. August 2026
Über DupeVergleich
Die Ratgeber-Beiträge entstehen in der Redaktion von DupeVergleich – auf Basis der eigenen Datenbank mit gemessenen Preisen, Nähe-Bewertungen und Duftprofilen sowie der jeweils unter dem Text genannten Quellen. Redaktion
Zur Einordnung. DupeVergleich ist ein unabhängiges Vergleichsprojekt und kein Händler. Duftbeschreibungen sind Einschätzungen auf Grundlage öffentlich zugänglicher Angaben und der in unserer Datenbank erfassten Werte – kein Labortest. Preise und Verfügbarkeiten ändern sich laufend und gelten ohne Gewähr.