Guerlain Mon Guerlain: Welcher Dupe kommt wirklich heran?
Was Guerlain Mon Guerlain ausmacht, wie er sich trägt – und welcher Duftzwilling dem Original am nächsten kommt.
von DupeVergleich · · 10 Min Lesezeit
Mon Guerlain ist 2017 als Eau de Parfum erschienen, geführt als Damenduft. Als Parfümeur ist Thierry Wasser hinterlegt, der 1993 bei Firmenich anfing und 2008 zum Hausparfümeur von Guerlain berufen wurde – des 1828 in Paris gegründeten Hauses, das seit 1994 zu LVMH gehört. In unserer Datenbank steht der Duft bei 8,2 von 10 aus 2171 Stimmen. Zur Einordnung: Von 4308 erfassten Originalen tragen 1490 überhaupt eine Wertung, 456 davon liegen bei 8,2 oder darüber, aber nur 136 kommen auf 2171 Stimmen oder mehr. Innerhalb der 114 Guerlain-Einträge, die wir führen, steht Mon Guerlain auf Rang 1 der Markenrangliste.
Der Preis ist der Grund, warum überhaupt jemand nach einem Dupe sucht. Unser Datensatz führt 169,00 Euro für 100 Milliliter – das sind 169 Cent pro Milliliter. Die Zahl beschreibt das Listenniveau, nicht den Tagespreis eines Händlers: Als Beleg stehen dort eine Händler-UVP-Referenz von rund 170 Euro je 100 Milliliter und der US-Listenpreis von 180 Dollar für dieselbe Größe, beides mit Stand 3. August 2026. Wer beim Discounter kauft, zahlt regelmäßig weniger.
Acht Einträge stehen bei uns in den Büchern: sieben reguläre Flakons und eine reine Probengröße. Bei den Flakons reicht die Spanne von 23,95 bis 108,3 Cent pro Milliliter – der teuerste kostet das 4,5-Fache des günstigsten. Das ist erheblich mehr Streuung, als sieben Nachbauten desselben Dufts erwarten lassen.
Ein Duft, der auf zwei Rohstoffen steht
Duftnoten werden bei uns gewichtet erfasst, von 1 bis 5, je nachdem wie stark eine Note die Komposition prägt. Bei Mon Guerlain sieht das so aus: im Kopf Echter Lavendel mit dem Höchstgewicht 5 und Bergamotte mit 1. Im Herzen indischer Jasmin-Sambac mit 2 und Iris mit 1. In der Basis Tahiti-Vanille mit 5 und australisches Sandelholz mit 2. Die Duftrichtungen passen dazu: Süß und Blumig mit dem Höchstgewicht 3, Pudrig und Cremig mit 2, Gourmand mit 1.
Zwei Noten mit Gewicht 5, vier Nebendarsteller – das ist eine ungewöhnlich schlanke Struktur. Lavendel oben, Vanille unten, dazwischen wenig, was um Aufmerksamkeit kämpft. Für den Dupe-Bau ist das zweischneidig. Eine Achse aus zwei klar erkennbaren Rohstoffen lässt sich leichter treffen als ein vielschichtiger Akkord; ein Shop nennt seinen Nachbau schlicht „Lavender & Vanilla“ und beschreibt damit den Duft vollständiger, als der Markenname es tut. Umgekehrt fällt jede Abweichung an genau diesen zwei Stellen sofort auf, weil nichts anderes sie überdeckt.
Echter Lavendel heißt Lavandula angustifolia und stammt aus dem Mittelmeerraum; der Anbau konzentriert sich auf die Hoch-Provence, für die hochwertigsten Öle auf Wildsammlung in Lagen bis 1800 Meter. Getrocknete Blüten enthalten 1 bis 3 Prozent ätherisches Öl. Daneben steht der Lavandin, eine Hybride aus Echtem Lavendel und Speik-Lavendel: größere Pflanzen, günstigeres Öl – und ein schwächerer Duft. Die Anbaufläche für Echten Lavendel in der Hoch-Provence hat sich zwischen 2002 und 2012 etwa halbiert. Dort liegt der offensichtliche Sparhebel für jeden Nachbau. Prüfen können wir ihn nicht: Keiner der sieben Shops legt eine Rohstoffliste offen.
Die Basisnote ist botanisch ein Sonderfall. Vanilla × tahitensis ist eine Hybride aus Vanilla planifolia und Vanilla odorata, entstanden vermutlich zwischen 1350 und 1500 in Mittelamerika; französische Saaten gelangten 1848 nach Tahiti und begründeten den Anbau in Französisch-Polynesien. Die Schoten sind kürzer und breiter als bei der verbreiteten Sorte, Geschmack und Geruch unterscheiden sich deutlich, und das Aroma entsteht erst durch monatelange Fermentation und Trocknung. Das australische Sandelholz mit Gewicht 2 ist der dritte teure Rohstoff: Santalum spicatum braucht in Plantagen 15 bis 30 Jahre bis zur Erntereife, wächst als Halbschmarotzer auf Wirtspflanzen und steht bei der IUCN als gefährdet. Westaustralien erlaubt 2500 Tonnen Ernte im Jahr, während Fachleute rund 200 Tonnen für nachhaltig halten.
Was die Bewertungen sagen – und was nicht
Die folgenden Werte sind Selbsteinschätzungen von Käufern, keine Labordaten. Niemand hat hier mit der Stoppuhr gemessen. Bei rund 1900 bis 2200 Stimmen je Kategorie mitteln sich Ausreißer aber heraus, und die Verteilung ist aufschlussreich.
| Kategorie | Wert (von 10) | Stimmen |
|---|---|---|
| Duft | 8,2 | 2.171 |
| Flakon | 8,3 | 1.930 |
| Haltbarkeit | 7,8 | 1.931 |
| Sillage | 7,5 | 1.924 |
| Preis-Leistung | 7,8 | 1.198 |
Der auffälligste Wert ist die Preis-Leistung mit 7,8. Bei 169 Cent pro Milliliter liegt sie nur 0,4 Punkte unter der Duftnote – die Käufer halten das Original mehrheitlich nicht für überteuert. Bei anderen Düften dieser Preisklasse klafft dort eine Lücke von anderthalb Punkten. Die Dupe-Frage entsteht hier nicht aus Unzufriedenheit, sondern aus dem absoluten Betrag: 169 Euro bleiben 169 Euro, auch wenn sie als fair empfunden werden.
Der einzige Wert über der Duftnote ist der Flakon mit 8,3 – die eine Kategorie, die kein Dupe mitliefert. Die Sillage – die Duftspur, also wie weit ein Duft im Raum wahrgenommen wird – liegt mit 7,5 unter der Haltbarkeit von 7,8. Mon Guerlain bleibt eher auf der Haut, als dass er einen Raum füllt. Ein Nachbau, der noch leiser ist, unterschreitet damit eine ohnehin nicht üppige Ausgangslage.
Sieben Flakons, viereinhalbfacher Preisunterschied
| Anbieter | Größe / Preis | Cent je ml | Bewertung | Nähe |
|---|---|---|---|---|
| L'ARISÉ 172 | 100 ml / 23,95 € | 23,95 | 4,7 aus 144 | 92 % |
| DIVAIN 568 | 100 ml / 26,95 € | 26,95 | 4,6 aus 340 | – |
| ÉCLAT 335 Lavender & Vanilla | 55 ml / 24,95 € | 45,36 | 4,9 aus 111 | 90 % |
| Maison Afford Feminine Potion | 56 ml / 29,90 € | 53,39 | 5,0 aus 2 | 97 % |
| Perfume Parlour My Pascal For Women | 60 ml / 36,20 € | 60,33 | 4,7 aus 35 | 88 % |
| Fiore Parfums Valensole | 50 ml / 45,00 € | 90,00 | keine | 90 % |
| XSCENTRIC Guerlxxin Mon Guerlxxin | 60 ml / 65,00 € | 108,33 | 5,0 aus 21 | 90 % |
Die Milliliterpreise stammen aus der Preisansicht, die je Dupe die günstigste reguläre Größe ab 20 Millilitern heranzieht. Gegen 169 Cent gerechnet kostet L'ARISÉ 14 Prozent des Originals, ÉCLAT 27, Maison Afford 32, Perfume Parlour 36 Prozent. Bei Fiore Parfums sind es 53 und bei XSCENTRIC 64 Prozent – dort ist von der Ersparnis noch gut ein Drittel übrig.
Der Nähewert ist kein Messwert für den einzelnen Flakon, sondern ein Markenquerschnitt: Er sagt, wie nah ein Anbieter im Mittel an seine Vorlagen herankommt. Maison Afford steht als Haus bei 95 bis 98 Prozent, L'ARISÉ und ÉCLAT bei 90 bis 92, Fiore bei 89 bis 93, XSCENTRIC bei festen 90, Perfume Parlour bei 88 bis 90. Wer daraus liest, dass Maison Afford ausgerechnet diesen Lavendel besser trifft als L'ARISÉ, überinterpretiert die Zahl. Für DIVAIN ist keine Spanne hinterlegt – lieber eine Lücke als eine geratene Zahl.
Dasselbe gilt für die Haltbarkeits- und Intensitätswerte, die auf der Duftseite als Kurve erscheinen: redaktionelle Einschätzungen relativ zum Original mit 100 Prozent, keine Messung. Maison Afford ist mit 109 Prozent Haltbarkeit und 95 Prozent Intensität als einziger über dem Original angesetzt. ÉCLAT steht bei 102 zu 74 – länger, aber deutlich leiser. XSCENTRIC bei 99 zu 76, Fiore bei 92 zu 71. L'ARISÉ liegt mit 87 zu 83 unter dem Original, aber ausgewogen. Perfume Parlour ist der Gegenfall zu ÉCLAT: 94 Prozent Intensität bei 71 Prozent Haltbarkeit, also ein lauter Start, der früher abbricht. Bei einem Duft, dessen Sillage im Original schon nur 7,5 bekommt, sind die 71 und 74 Prozent von Fiore und ÉCLAT die ernstere Einschränkung als ein paar Stunden weniger.
Bei den Käuferbewertungen kippt die Rangfolge noch einmal. Maison Afford hat mit 5,0 die beste Note, aber aus zwei Stimmen – daraus lässt sich nichts ableiten. Belastbar sind eher DIVAIN mit 4,6 aus 340, L'ARISÉ mit 4,7 aus 144 und ÉCLAT mit 4,9 aus 111. Fiore Parfums hat keine einzige Bewertung. Zu allen Zahlen gehört, dass der Shop sie selbst auf seiner Seite ausweist.
Welches Mon Guerlain eigentlich?
Unter dem Namen laufen bei uns drei bewertete Fassungen: das Eau de Parfum von 2017 mit 8,2 aus 2171 Stimmen, das Eau de Parfum Intense von 2019 mit 8,4 aus 868 Stimmen und das Eau de Parfum Florale von 2018 mit 8,1 aus 258 Stimmen. Sie riechen nicht gleich, und die Intense-Fassung ist die höher bewertete von beiden großen.
Sieben der acht Einträge nennen als Vorlage nur „Mon Guerlain“, ohne Zusatz. Einzig L'ARISÉ schreibt „Mon Guerlain (EdP)“ dazu und legt sich auf die Fassung von 2017 fest. Bei den übrigen ist die Zuordnung bei uns als eindeutig im Namen, aber mehrdeutig in der Fassung markiert. Auch die Herkunft der Zuordnung unterscheidet sich: Maison Afford, Fiore Parfums, Perfume Parlour und XSCENTRIC nennen das Original selbst auf der Produktseite; bei beiden ÉCLAT-Einträgen, bei L'ARISÉ und bei DIVAIN stammt die Verknüpfung aus Zuordnungslisten Dritter.
Die Namen sind ein eigenes Kapitel, weil Marken geschützt sind, Duftformeln aber nicht. Perfume Parlour nennt seinen Nachbau „My Pascal For Women“ – Pascal ist der dritte Vorname des Gründers Pierre-François Pascal Guerlain. XSCENTRIC ersetzt Buchstaben durch Kreuze und kommt auf „Guerlxxin Mon Guerlxxin“. Bei Fiore heißt der Duft „Valensole“, nach dem Lavendelplateau in der Hoch-Provence. L'ARISÉ und DIVAIN vergeben nur Nummern, und ÉCLAT beschreibt mit „Lavender & Vanilla“ einfach den Inhalt.
Was am Ende bezahlt wird
Der Milliliterpreis ist nicht der Endpreis, und bei diesem Feld dreht der Versand die Reihenfolge am oberen Ende um. L'ARISÉ versendet aus Deutschland für pauschal 5,95 Euro: 29,90 Euro für 100 Milliliter, also 29,9 Cent je Milliliter. Fiore Parfums liefert ebenfalls aus Deutschland, verlangt aber unterhalb von 49,90 Euro Warenwert 9,90 Euro Versand – der 45-Euro-Flakon kostet damit 54,90 Euro und 109,8 Cent je Milliliter. XSCENTRIC versendet aus den Niederlanden für 5,90 Euro mit Freigrenze bei 70 Euro, macht 70,90 Euro und 118,2 Cent je Milliliter. Beide liegen damit über der Ein-Euro-Marke je Milliliter, bei einem Original zu 1,69 Euro.
ÉCLAT und Maison Afford versenden aus Deutschland und liefern ab 59 beziehungsweise 50 Euro versandkostenfrei; darunter ist der Betrag in unserem Datenstand nicht ausgewiesen. Perfume Parlour versendet aus Großbritannien – eine Einfuhr aus einem Drittland, bei der Einfuhrumsatzsteuer und je nach Warenwert Zollgebühren anfallen können. Die 36,20 Euro sind dort nicht der gezahlte Betrag. Alle Versandangaben stammen vom Konditionsabgleich am 5. August 2026.
DIVAIN wäre nach Milliliterpreis der zweitgünstigste Eintrag, läuft bei uns aber nicht im Dupechecker Pick mit: Versandkosten und Freigrenze sind nicht angegeben, der Endpreis lässt sich also nicht nachrechnen, und der Versand kommt aus Spanien. Wir behaupten nicht, dass mit dem Angebot etwas nicht stimmt – wir können es nur nicht prüfen.
Wer sich unsicher ist, kauft nicht den Flakon. ÉCLAT gibt seine 335 als 5-Milliliter-Probe für 4,00 Euro ab, das sind 80 Cent je Milliliter – knapp das Doppelte des eigenen Flakonpreises, aber weniger als die Hälfte des Original-Milliliterpreises. Es ist die einzige Probengröße, die uns zu diesem Duft vorliegt, und vier Euro sind die günstigere Variante, wenn die Alternative ein Fehlkauf für 25 bis 65 Euro ist.
Alle Duftzwillinge zu Guerlain Mon Guerlain mit Preis je Milliliter, Nähe und Haltbarkeitskurve →
Zwei Lücken bleiben. Keiner der sieben Shops weist eine geprüfte Konzentration aus – ob ein Nachbau tatsächlich als Eau de Parfum formuliert ist oder darunter liegt, steht nirgends, und bei einer Komposition, die auf zwei Rohstoffen ruht, entscheidet der Duftanteil über fast alles. Und ob im Flakon Echter Lavendel oder das billigere Lavandinöl steckt, lässt sich von außen nicht beantworten. Das sind genau die zwei Stellen, an denen ein Nachbau am leisesten und am günstigsten sparen kann.
Quellen
- Guerlain · Wikipedia · abgerufen am 14. August 2026
- Thierry Wasser · Wikipedia · abgerufen am 14. August 2026
- Echter Lavendel · Wikipedia · abgerufen am 14. August 2026
- Vanilla × tahitensis · Wikipedia · abgerufen am 14. August 2026
- Santalum spicatum · Wikipedia · abgerufen am 14. August 2026
Über DupeVergleich
Die Ratgeber-Beiträge entstehen in der Redaktion von DupeVergleich – auf Basis der eigenen Datenbank mit gemessenen Preisen, Nähe-Bewertungen und Duftprofilen sowie der jeweils unter dem Text genannten Quellen. Redaktion
Zur Einordnung. DupeVergleich ist ein unabhängiges Vergleichsprojekt und kein Händler. Duftbeschreibungen sind Einschätzungen auf Grundlage öffentlich zugänglicher Angaben und der in unserer Datenbank erfassten Werte – kein Labortest. Preise und Verfügbarkeiten ändern sich laufend und gelten ohne Gewähr.