Düfte im Porträt

Goldfield & Banks Pacific Rock Moss: Welcher Dupe kommt wirklich heran?

Was Goldfield & Banks Pacific Rock Moss ausmacht, wie er sich trägt – und welcher Duftzwilling dem Original am nächsten kommt.

von DupeVergleich · · 8 Min Lesezeit

Pacific Rock Moss ist der Duft, mit dem Goldfield & Banks außerhalb Australiens bekannt wurde – und er ist teuer. In unserer Datenbank steht er mit 180 Euro für 100 Milliliter, also 1,80 Euro pro Milliliter. Im australischen Herstellershop kostet dieselbe Größe 280 AUD.

Zu diesem Duft führen wir zwei Duftzwillinge, einen aus Deutschland und einen aus Großbritannien. Sie kosten 0,53 und 0,58 Euro pro Milliliter. Zwei sind wenig – im Schnitt kommen die 3.601 Originale mit mindestens einem Nachbau in unserer Datenbank auf 1,9 Zwillinge, und die bekannten Bestseller haben zehn und mehr.

Dieser Text ordnet die beiden ein: was im Original steckt, wie die Zahlen dazu aussehen, wo die Nachbauten schwächer sind und an welcher Stelle der Preisvorteil beim Bezahlen wieder kleiner wird.

Was Pacific Rock Moss ist

Goldfield & Banks ist ein australisches Nischenhaus, gegründet und geführt von Dimitri Weber als Founder und Creative Director. Die Marke arbeitet in zwei Reihen: der Native Collection, die jeweils einen australischen Rohstoff in den Mittelpunkt stellt, und der Botanical Series mit international bekannten Pflanzen, die auf australischem Boden angebaut werden. Die Düfte erscheinen in 100, 50 und 10 Millilitern.

Pacific Rock Moss erschien 2016. Der Hersteller beschreibt ihn als aromatisch-aquatisches Parfum, inspiriert von der australischen Südküste, und gibt einen Anteil von 20 Prozent Essenzen und Botanicals an – das ist die Größenordnung, die üblicherweise für ein Eau de Parfum am oberen Rand steht. Als Parfümeure nennt der Hersteller François Merle-Baudoin und Carine Certain Boin; dieselben beiden Namen stehen auch in unserer Datenbank.

Ein Punkt bleibt offen, und er betrifft ausgerechnet das namensgebende Element. Der Hersteller führt „Australian Coastal Moss“ als Rohstoff, benennt aber öffentlich nicht, um welche Pflanzenart es sich handelt. Wir haben dazu keine belastbare Angabe gefunden und lassen die Frage deshalb stehen, statt eine Art zu behaupten.

Die Duftnoten – und was Träger daraus machen

Die Notenliste in unserer Datenbank deckt sich mit der Herstellerangabe. Die Zahl in Klammern ist die Gewichtung von 1 bis 5 und sagt, wie stark eine Note im Gesamteindruck wahrgenommen wird:

  • Kopf: italienische Zitrone (5), australisches Küstenmoos (4)
  • Herz: französischer Salbei (2), ägyptische Rosengeranie (1)
  • Basis: weißer Moschus (2), Virginiazeder (1)

Die Reihenfolge ist der wichtigste Hinweis für alle, die einen Zwilling suchen. Zitrone führt mit dem Höchstwert, das Moos folgt knapp dahinter, und alles darunter ist deutlich schwächer gewichtet. Das ist kein Moosduft mit Zitrusspitze, sondern ein Zitrusduft mit feuchtgrünem Unterbau – wer eine dunkle, chyprehafte Moosigkeit erwartet, liegt daneben.

Die Duftrichtungen, die aus Community-Abstimmungen stammen, bestätigen das und gehen sogar weiter: frisch, zitrisch und aquatisch liegen gleichauf bei der Höchstgewichtung 3, süß und grün folgen mit je 1. „Grün“ – die Kategorie, unter die das Moos fallen würde – landet also ganz unten. Was der Name in den Vordergrund stellt, riechen die Träger als Nebenrolle.

Bemerkenswert ist, wie ungewöhnlich die Notenliste in der Breite ist. Von 4.308 Originalen in unserer Datenbank trägt genau eines die Note australisches Küstenmoos – dieses hier. Französischer Salbei kommt zweimal vor, ägyptische Rosengeranie zehnmal, italienische Zitrone siebzehnmal. Nur weißer Moschus ist mit 147 Vorkommen Alltagsware. Diese Kombination hat schlicht kaum ein anderer, und das erklärt sowohl den Ruf des Dufts als auch die dünne Zwillingslage.

Zum aquatischen Eindruck gehört eine Einordnung, die für alle Meeresdüfte gilt: Er entsteht nicht aus Meerwasser, sondern aus Riechstoffen, die einen Seebrise-Effekt erzeugen. Der bekannteste ist Calone, 1966 bei Pfizer entdeckt und seit den 1980er-Jahren in der Parfümerie im Einsatz, ab den 1990ern als tragende Note der marinen Welle. Ob und wie Goldfield & Banks damit arbeitet, ist nicht offengelegt – die vollständige Formel veröffentlicht kein Haus.

Wie er sich trägt und was die Zahlen taugen

Die Werte in unserer Datenbank sind Selbsteinschätzungen von Käufern, keine Labormessungen. Wir sagen diesen Vorbehalt einmal und arbeiten danach mit den Zahlen. Erfasst ist eine Stimmenzahl für den Duft insgesamt; für die einzelnen Kategorien liegt uns keine getrennte Zählung vor.

KriteriumWert (von 10)
Duft8,1
Flakon7,8
Preis-Leistung7,1
Haltbarkeit6,7
Sillage6,5

Der Duftwert von 8,1 beruht auf 2.948 Stimmen – genug, dass der Mittelwert stabil ist. Er ist trotzdem kein Spitzenwert: Von den 498 bewerteten Unisex-Düften in unserer Datenbank liegen 291 bei 8,1 oder darüber. Pacific Rock Moss ist in diesem Feld solide, nicht herausragend. Bei den drei anderen Düften der Marke, für die uns Bewertungen vorliegen, sieht es ähnlich aus: Ingenious Ginger 8,2, Silky Woods und Bohemian Lime je 7,8.

Die beiden schwächsten Werte sind die aufschlussreichsten. Sillage – die Duftspur, die man beim Vorbeigehen hinterlässt – steht bei 6,5, die Haltbarkeit bei 6,7. Für einen zitrusgetriebenen Sommerduft ist das erwartbar: Zitrusöle sind flüchtig, sie tragen den Anfang und nicht den Abend. Wer 180 Euro ausgibt und dafür einen Duft erwartet, der zwölf Stunden hält, kauft am eigenen Bedarf vorbei. Preis-Leistung liegt mit 7,1 entsprechend niedriger als der Duftwert selbst – und dieses Missverhältnis ist der Grund, warum es Zwillinge gibt.

Die beiden Duftzwillinge im Vergleich

Der Preis pro Milliliter bezieht sich auf die günstigste reguläre Größe ab 20 Millilitern, nicht auf die vom Shop beworbene Flakongröße. Die Shop-Wertung stammt vom Shop selbst, nicht von einer unabhängigen Plattform.

DuftzwillingHausGröße / PreisPro mlNäheShop-Wertung
Coastal Stone MossMaison Afford56 ml / 29,90 €0,53 €95 %keine
Ocean Moss – 2260Perfume Parlour60 ml / 35,03 €0,58 €89 %5,0 (8)

Zur Spalte „Nähe“ gehört eine Erklärung, sonst wird sie falsch gelesen. Der Prozentwert ist ein Querschnitt je Anbieter, kein Messwert für diesen einen Flakon. Er sagt, wie genau ein Haus seine Vorlagen im Mittel trifft – abgeleitet daraus, wie sauber es arbeitet und wie hoch es dosiert. Niemand hat Coastal Stone Moss und Pacific Rock Moss im Labor nebeneinander vermessen. 95 Prozent heißen: Dieser Anbieter trifft üblicherweise sehr genau. Sie heißen nicht, dass dieser Flakon zu 95 Prozent dem Original entspricht.

Beide Shops nennen das Original ausdrücklich oder erkennbar. Perfume Parlour führt Pacific Rock Moss samt Marke als Vorlage, Maison Afford nennt den Duftnamen ohne die Marke. Die Notenlisten der beiden Zwillinge unterscheiden sich in einem Punkt, der auffällt: Maison Afford übernimmt die Pyramide des Originals fast wörtlich bis hin zur Virginiazeder, während Perfume Parlour den weißen Moschus in seiner Beschreibung weglässt und die Basis allein auf Zeder stellt – im Text als Treibholz beschrieben.

Haltbarkeit und Startintensität

Zusätzlich führen wir je Zwilling zwei Werte in Prozent des Originals: Haltbarkeit und Startintensität. 100 bedeutet gleichauf mit Pacific Rock Moss, mehr als 100 bedeutet länger beziehungsweise wuchtiger. Das ist eine redaktionelle Einschätzung, keine Messung – Richtung, nicht Ergebnis.

DuftzwillingHaltbarkeitStartintensität
Coastal Stone Moss (Maison Afford)98 %112 %
Ocean Moss – 2260 (Perfume Parlour)73 %88 %

Hier gehen die beiden auseinander, und zwar deutlich. Der deutsche Zwilling startet kräftiger als das Original und hält praktisch genauso lange. Der britische liegt in beiden Disziplinen darunter: schwächerer Auftritt und knapp drei Viertel der Haltbarkeit. Bei einem Original, dessen Haltbarkeit ohnehin nur bei 6,7 von 10 liegt, ist das die kritischere Zahl – von wenig noch einmal ein Viertel abzuziehen, merkt man.

Die Wertung von 5,0 aus 8 Stimmen für Ocean Moss taugt als Gegenargument nicht viel. Acht Bewertungen aus dem eigenen Shopsystem sind zu wenig, um daraus etwas abzuleiten, und ein glatter Bestwert ist bei so kleinen Zahlen eher ein Zeichen für fehlende Streuung als für Qualität. Für Coastal Stone Moss liegt uns gar keine Produktwertung vor.

Wo der Preisvorteil wieder schrumpft

Der Milliliterpreis in der Tabelle ist der Flaschenpreis. Bezahlt wird mehr. Maison Afford liefert ab 50 Euro Bestellwert kostenfrei aus Deutschland – die 29,90-Euro-Flasche liegt darunter, es kommt also Versand dazu, dessen Höhe wir nicht erfasst haben. Perfume Parlour verschickt aus Großbritannien, und das ist kein EU-Land: Auf solche Sendungen fällt beim Import Einfuhrumsatzsteuer an, häufig zusammen mit einer Bearbeitungsgebühr des Zustellers. Bei einem Warenwert um 35 Euro kann dieser Aufschlag den Abstand zwischen den beiden Anbietern umkehren.

Ein zweiter Punkt betrifft die Konzentrationsangaben. Maison Afford führt Coastal Stone Moss als Extrait de Parfum mit 25 Prozent Duftanteil und leitet daraus eine besonders lange Haltbarkeit ab. Perfume Parlour bietet denselben Duft in mehreren Stärken an, darunter 60 Milliliter Extrait für 30 Pfund und 100 Milliliter Eau de Parfum für 28 Pfund. Rechnerisch ist die große EDP-Flasche pro Milliliter klar günstiger, aber eben auch die schwächere Variante – bei einem Duft, dessen Nachbau schon in der starken Fassung nur auf 73 Prozent Haltbarkeit kommt, ist das der falsche Sparposten.

Und ein grundsätzlicher: Konzentrationsbezeichnungen sind Selbstangaben. Weder „Extrait de Parfum“ noch ein Prozentwert auf einer Produktseite ist rechtlich definiert oder wird von jemandem nachgeprüft. Der Vergleich zweier solcher Zahlen sagt deshalb wenig darüber aus, welche Flasche länger hält.

Bleibt die Einordnung nach oben und unten. 0,53 Euro pro Milliliter liegen unter dem Median aller regulären Dupe-Größen in unserer Datenbank, der bei 0,62 Euro steht – aber nicht weit: 1.927 der erfassten Zwillinge sind pro Milliliter noch günstiger. Beide Nachbauten sind also gemessen am Original billig und gemessen am Dupe-Markt normal. Der Faktor zum Original beträgt 3,4 beim deutschen und 3,1 beim britischen Zwilling.

Beide Duftzwillinge zu Goldfield & Banks Pacific Rock Moss mit aktuellen Preisen

Wer das Original erst riechen will, bevor er über Nachbauten nachdenkt: Perfumproben24 führt eine 2-Milliliter-Abfüllung für 9,49 Euro, Stand 11. August 2026. Das sind 4,75 Euro pro Milliliter und damit das Zweieinhalbfache des Flaschenpreises – trotzdem der günstigste Weg zu einer belastbaren Antwort, wenn die Alternative 180 Euro ins Blaue heißt.

Denn das eigentliche Risiko liegt bei diesem Duft nicht in der Qualität der Zwillinge, sondern in der Erwartung. Aquatische Düfte sind mit 104 von 4.308 Originalen eine kleine Gruppe in unserer Datenbank, und „Küstenmoos“ klingt nach etwas anderem, als die Gewichtung der Noten und die Stimmen der Träger hergeben. Wem am Ende die Zitrone zu präsent ist, dem hilft auch der genaueste Nachbau nicht weiter.

Quellen

  1. Pacific Rock Moss · Goldfield & Banks · abgerufen am 14. August 2026
  2. About Us · Goldfield & Banks · abgerufen am 14. August 2026
  3. Coastal Stone Moss · Maison Afford · abgerufen am 14. August 2026
  4. Ocean Moss – 2260 · Perfume Parlour · abgerufen am 14. August 2026
  5. Calone · Wikipedia · abgerufen am 14. August 2026
  6. Goldfield & Banks Pacific Rock Moss – Parfümprobe · Perfumproben24 · abgerufen am 14. August 2026

Über DupeVergleich

Die Ratgeber-Beiträge entstehen in der Redaktion von DupeVergleich – auf Basis der eigenen Datenbank mit gemessenen Preisen, Nähe-Bewertungen und Duftprofilen sowie der jeweils unter dem Text genannten Quellen. Redaktion

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