Chloé Chloé: Welcher Dupe kommt wirklich heran?
Was Chloé Chloé ausmacht, wie er sich trägt – und welcher Duftzwilling dem Original am nächsten kommt.
von DupeVergleich · · 9 Min Lesezeit
„Chloé“ ist als Duftname doppelt belegt, und das ist der erste Fallstrick bei der Dupe-Suche. Das Modehaus wurde 1952 von Gaby Aghion in Paris gegründet und gehört seit 1998 zum Schweizer Richemont-Konzern; der erste Duft unter diesem Namen erschien 1975. Dieser alte Chloé war ein anderes Parfum als der heutige – in unserer Datenbank steht er als eigener Eintrag unter „Chloé Old Version“. Wer bei einem Dupe-Shop nur „Chloe“ auf dem Etikett liest, weiß also nicht zwingend, welche der beiden Vorlagen gemeint ist.
Gesucht wird fast immer die Neuauflage: ein Eau de Parfum, das unsere Daten auf 2007 datieren, während die deutsche Wikipedia es unter 2008 führt. Hinterlegt sind zwei Parfümeure, Michel Almairac und Amandine Clerc-Marie. Vermarktet wird der Duft von Coty, das die Chloé-Lizenz 2005 mit dem Kauf von Unilever Cosmetics International übernommen hat. Bei uns steht er bei 7,5 von 10 aus 1725 Stimmen.
Diese 7,5 muss man einordnen. Von 4308 erfassten Originalen tragen 1490 überhaupt eine Wertung; der Median dieser Gruppe liegt bei 8,0, der Durchschnitt bei 7,94. 1251 Einträge liegen über 7,5, 79 genau darauf, nur 160 darunter. Chloé gehört damit nicht zur Spitze unseres Bestands, sondern ins untere Sechstel des bewerteten Feldes. Die Stimmenzahl zeigt in die andere Richtung: Nur 204 der 4308 Originale kommen auf 1725 Stimmen oder mehr. Viele Leute kennen diesen Duft, und die meisten finden ihn ordentlich, nicht überragend.
Der Listenpreis in unserem Datensatz: 130,00 Euro für 75 Milliliter, also 173,3 Cent pro Milliliter. Der Preisbeleg vom 3. August 2026 nennt daneben 104,00 Euro bei einem deutschen Händler – 138,7 Cent – und einen Preisvergleichseinstieg ab 55,77 Euro, zu dem wir die Flakongröße nicht festgehalten haben. Wer die Ersparnis eines Dupes ausrechnen will, rechnet also gegen eine Spanne, nicht gegen eine Zahl.
Acht Noten, und die wichtigsten wachsen nicht
Duftnoten werden bei uns gewichtet erfasst, von 1 bis 5, je nachdem wie stark eine Note die Komposition prägt. Bei Chloé sieht das so aus: im Kopf Pfingstrose mit Gewicht 5, Freesie und Litschi mit je 2. Im Herzen Rose mit 5, Magnolie mit 3, Maiglöckchen mit 2. In der Basis Zedernholz mit 2 und Amber mit 1. Die Duftrichtungen passen dazu: Blumig, Pudrig und Frisch stehen auf dem Höchstgewicht 3, Süß und Fruchtig auf 1. Acht Noten, zwei davon auf Höchstgewicht – und beide sind Blüten.
Pfingstrose trägt die Kopfnote. The Perfume Society beschreibt sie als frische, weiche Blumennote, die besonders gut neben Rose funktioniert, und weist auf den Aufwand hin: Eine Pflanze braucht fünf bis sieben Jahre bis zur reichen Blüte und trägt dann bis zu sechzig Blüten. Ob in einem konkreten Parfum Material aus der Pflanze steckt oder ein gebauter Akkord, steht in unseren Daten nicht.
Beim Maiglöckchen ist die Sache eindeutig, und sie erklärt einiges. Aus der Blüte lässt sich kein natürlicher Riechstoff gewinnen – die Note wird immer synthetisch gebaut. Der klassische Baustein dafür war Hydroxycitronellal, das die Europäische Chemikalienagentur inzwischen als Hautsensibilisator einstuft und dessen Verwendung eingeschränkt wurde. Ein zweiter, Lilial (Butylphenyl Methylpropional), riecht nach Maiglöckchen und Alpenveilchen und ist in der EU seit März 2022 durch die Verordnung (EU) 2021/1902 aus Kosmetik verbannt, nachdem der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit ihn 2019 wegen Reproduktionstoxizität als nicht sicher bewertet hatte.
Jede Rezeptur, die auf diesen Bausteinen aufbaute, musste angepasst werden – beim Luxusoriginal genauso wie beim 30-Euro-Nachbau. Ob und wann Chloé davon betroffen war, steht in unseren Daten nicht. Ein Vergleich zwischen einem Flakon von 2010 und einem Dupe von 2026 vergleicht deshalb nicht nur zwei Häuser, sondern zwei Regelwerke.
Die zweite Note mit Höchstgewicht ist Rose. Rosenöl aus Rosa damascena kommt zu über 70 Prozent aus Bulgarien, der Türkei und Saudi-Arabien, und die Ausbeute liegt bei etwa 1:3000 – rund drei Tonnen Blüten für ein Kilogramm Öl. Hauptbestandteile sind Citronellol mit 20 bis 34 Prozent und Geraniol mit 15 bis 22 Prozent. Beide stehen auf der erweiterten Allergenliste der Verordnung (EU) 2023/1545, die 56 zusätzliche Duftstoffe ab 0,001 Prozent einzeln deklarationspflichtig macht; neu in Verkehr gebrachte Produkte müssen die Kennzeichnung seit Ende Juli 2026 tragen, Altbestände dürfen noch bis Ende Juli 2028 abverkauft werden. Eine kurze Allergenliste auf einem Dupe-Flakon zeigt also womöglich eine ältere Charge an, nicht weniger Inhalt.
Was die Bewertungen sagen – und was hier anders liegt
Die folgenden Werte sind Selbsteinschätzungen von Käufern, keine Labordaten. Niemand hat hier mit der Stoppuhr gemessen. Bei über tausend Stimmen je Kategorie mitteln sich Ausreißer aber heraus, und interessant ist ohnehin weniger die einzelne Note als der Abstand zwischen ihnen.
| Kategorie | Wert (von 10) | Stimmen |
|---|---|---|
| Duft | 7,5 | 1.725 |
| Flakon | 8,0 | 1.338 |
| Haltbarkeit | 7,8 | 1.410 |
| Sillage | 7,2 | 1.336 |
| Preis-Leistung | 7,6 | 805 |
Die Reihenfolge ist ungewöhnlich. Die Preis-Leistung bekommt mit 7,6 eine bessere Note als der Duft selbst mit 7,5, und sie liegt über dem Durchschnitt von 7,27, den die 1490 bewerteten Originale in dieser Kategorie erreichen. Bei vielen Designerdüften klafft hier eine Lücke nach unten – Dior Ambre Nuit etwa steht bei uns bei 8,4 für den Duft und 6,6 für die Preis-Leistung. Bei Chloé ist der Preis aus Käufersicht nicht das Problem. Wer hier zum Dupe greift, tut das nicht, weil das Original als überteuert gilt, sondern weil 130 Euro Liste für einen alltagstauglichen Blumenduft trotzdem viel Geld sind.
Der beste Einzelwert geht an den Flakon: 8,0 aus 1338 Stimmen. Das ist ausgerechnet der Punkt, den kein Nachbau liefert. Dupes kommen in Standardflaschen, und wer das Objekt auf dem Regal mitkauft, kauft es beim Original oder gar nicht.
Sillage – die Duftspur, also wie weit ein Duft im Raum wahrgenommen wird – liegt mit 7,2 unter der Haltbarkeit von 7,8. Chloé bleibt eher auf der Haut, als dass er einen Raum füllt. Das ist keine Schwäche, sondern die Anlage des Dufts; für die Dupe-Auswahl heißt es aber, dass ein leiser Nachbau schnell unter die Wahrnehmungsschwelle rutscht.
Vier Duftzwillinge, nach Preis pro Milliliter
Flakongrößen schwanken bei Dupe-Anbietern zwischen 50 und 100 Millilitern, der Flaschenpreis allein sagt also wenig. Wir rechnen immer auf den Preis pro Milliliter der günstigsten regulären Größe ab 20 Millilitern; Duftproben zählen nicht mit. „Nähe“ ist der Prozentwert des Anbieters, „Bewertung“ die Shop-Bewertung auf einer Skala bis 5 mit der Zahl der Stimmen dahinter.
| Anbieter | Dupe | Größe / Preis | Cent pro ml | Nähe | Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|
| TC Duftzwillinge | Jolin – Eau de Parfum | 100 ml / 34,95 € | 35,0 | 90 % | 4,9 (25) |
| L'ARISÉ | L'ARISE – 073 | 50 ml / 23,95 € | 47,9 | 92 % | 4,9 (735) |
| Maison Afford | Bouquet | 56 ml / 29,90 € | 53,4 | 98 % | 5,0 (1) |
| Perfume Parlour | Just Blooming For Women – 0650 | 60 ml / 36,20 € | 60,3 | 90 % | – |
Am unteren Ende steht TC Duftzwillinge mit 35,0 Cent pro Milliliter, einem Fünftel des Listenniveaus. Der Preis hängt allerdings an der großen Flasche: Derselbe Duft kostet in 50 Millilitern 24,95 Euro, also 49,9 Cent, und in 30 Millilitern 19,95 Euro, also 66,5 Cent – fast das Doppelte des 100-ml-Werts. Wer klein anfangen will, gibt den Preisvorteil vollständig ab.
L'ARISÉ hat mit 4,9 aus 735 Stimmen die mit Abstand breiteste Bewertungsbasis im Feld – bei den übrigen Düften dieses Shops liegen die Stimmenzahlen meist zweistellig, der Wert ist also produktbezogen und kein Shop-Durchschnitt. Dafür ist die Zuordnung die schwächste: Sie stammt bei uns aus einer Zuordnungsliste Dritter, nicht aus einer Angabe des Shops, und ist als unsicher markiert. L'ARISÉ nummeriert seine Düfte und nennt selbst kein Original.
Maison Afford führt „Bouquet“ mit dem höchsten Nähewert im Feld, verlangt aber auch am meisten pro Milliliter unter den deutschen Anbietern. Und die Bewertung ist wertlos: eine einzige Stimme mit 5,0. Aus einer Stimme lässt sich nichts ableiten, weder gut noch schlecht. Perfume Parlour aus Großbritannien ist mit 60,3 Cent der teuerste Kandidat und hat zu diesem Duft überhaupt keine Bewertung; immerhin nennt der Shop Chloé selbst als Vorlage.
Ein fünfter Anbieter aus Spanien listet ein Gegenstück zu 27,0 Cent pro Milliliter, läuft bei uns aber nicht mit. Versandkosten und Freigrenze sind dort nicht angegeben, der Endpreis lässt sich also nicht nachrechnen, und praktisch das gesamte Sortiment ist dauerhaft rabattiert. Wir behaupten nicht, dass mit dem Preis etwas nicht stimmt – wir können ihn nur nicht prüfen.
Versandkosten drehen die Reihenfolge
Der Milliliterpreis ist nicht der Endpreis, und bei diesen kleinen Beträgen verschiebt der Versand das ganze Feld. TC Duftzwillinge berechnet 4,95 Euro: Die 100-ml-Flasche kostet damit effektiv 39,90 Euro, 39,9 Cent pro Milliliter, und bleibt der günstigste Weg. L'ARISÉ verlangt 5,95 Euro nach Deutschland und Österreich – auf 50 Milliliter gerechnet steigt der Preis damit von 47,9 auf 59,8 Cent und rutscht hinter Maison Afford. Maison Afford liefert ab 50 Euro versandkostenfrei; der Flakon liegt mit 29,90 Euro darunter, und welchen Betrag der Shop unterhalb der Freigrenze verlangt, ist in unseren Daten nicht erfasst. Perfume Parlour versendet aus Großbritannien, also aus einem Drittland: Einfuhrumsatzsteuer und je nach Warenwert Gebühren kommen obendrauf.
Zur Einordnung gehören noch die Haltbarkeits- und Intensitätswerte, die auf der Duftseite als Kurve erscheinen. Das sind redaktionelle Einschätzungen relativ zum Original mit 100 Prozent, keine Messungen. TC liegt bei 93 zu 99, Perfume Parlour bei 92 zu 89, Maison Afford bei 103 zu 114 – lauter und länger als die Vorlage. Der Ausreißer ist L'ARISÉ mit 105 Prozent Haltbarkeit bei 83 Prozent Intensität: bleibt länger, trägt aber deutlich weniger weit. Bei einem Duft, dessen Sillage schon im Original nur 7,2 bekommt, ist das die Einschränkung, die am ehesten auffällt.
Wer sich unsicher ist, kauft nicht den Flakon. Vom Original führen wir eine 2-Milliliter-Abfüllung für 7,49 Euro – auf den Milliliter gerechnet 374,5 Cent und damit mehr als das Doppelte des Listenpreises. Als Kaufentscheidung sind siebeneinhalb Euro trotzdem günstiger als ein Fehlkauf für 130. Bei den vier Dupe-Shops steht in unseren Daten zu diesem Duft keine Probengröße; die kleinste reguläre Flasche ist TCs 30-ml-Größe für 19,95 Euro.
Alle Duftzwillinge zu Chloé Chloé mit Preis je Milliliter, Nähe und Haltbarkeitskurve →
Der Nähewert, mit dem hier argumentiert wird, ist kein Messwert für den einzelnen Flakon, sondern ein Markenquerschnitt: Er sagt, wie nah ein Anbieter im Mittel an seine Vorlagen herankommt. Maison Afford steht bei 95 bis 98 Prozent, L'ARISÉ bei 90 bis 92, TC und Perfume Parlour bei 88 bis 90. Wer daraus liest, dass Maison Afford ausgerechnet diesen Rosenduft besser trifft als die anderen, überinterpretiert die Zahl.
Drei Angaben fehlen uns. Keiner der vier Shops weist für diesen Duft eine geprüfte Konzentration aus – ob ein Nachbau als Eau de Parfum formuliert ist oder darunter liegt, steht nirgends. Zwei der vier haben keine belastbare Bewertungsbasis. Und offen bleibt die Namensfrage vom Anfang: Kein Shop grenzt seine Vorlage ausdrücklich gegen den Chloé von 1975 ab. Bei TC Duftzwillinge steht immerhin „Chloé Chloé“ als Original in den Shopdaten, bei Perfume Parlour und Maison Afford nur „Chloe“. Das ist wahrscheinlich die Neuauflage von 2007. Ein Beleg ist es nicht.
Quellen
- Chloé (Unternehmen) · Wikipedia · abgerufen am 14. August 2026
- Lily of the valley · Wikipedia · abgerufen am 14. August 2026
- Butylphenyl methylpropional (Lilial) · Wikipedia · abgerufen am 14. August 2026
- Rose oil · Wikipedia · abgerufen am 14. August 2026
- Peony – Ingredients · The Perfume Society · abgerufen am 14. August 2026
- Verordnung (EU) 2023/1545 zur Kennzeichnung allergener Duftstoffe in kosmetischen Mitteln · EUR-Lex, Amt für Veröffentlichungen der EU · abgerufen am 14. August 2026
Über DupeVergleich
Die Ratgeber-Beiträge entstehen in der Redaktion von DupeVergleich – auf Basis der eigenen Datenbank mit gemessenen Preisen, Nähe-Bewertungen und Duftprofilen sowie der jeweils unter dem Text genannten Quellen. Redaktion
Zur Einordnung. DupeVergleich ist ein unabhängiges Vergleichsprojekt und kein Händler. Duftbeschreibungen sind Einschätzungen auf Grundlage öffentlich zugänglicher Angaben und der in unserer Datenbank erfassten Werte – kein Labortest. Preise und Verfügbarkeiten ändern sich laufend und gelten ohne Gewähr.